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Finanzielle Zufriedenheit der Deutschen so hoch wie nie – Sparlaune trotzt den niedrigen Zinsen

eingestellt von Saliha Basaran am 26. Oktober 2018

Finanzielle Zufriedenheit der Deutschen so hoch wie nie – Sparlaune trotzt den niedrigen Zinsen

Die Deutschen sind mit ihrer finanziellen Situation so zufrieden wie noch nie: 63 Prozent fühlen sich finanziell gut oder sogar sehr gut aufgestellt, allen voran die Rheinland-Pfälzer, Hessen und Bayern. Auch der Anteil der Unzufriedenen ist leicht von neun auf acht Prozent gesunken. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des „Vermögensbarometers 2018“, für das im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) 2.738 Menschen in Deutschland befragt wurden, informiert Thomas Traue, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vorderpfalz. Über Hintergründe und Auswirkungen berichtet der
Sparkassen-Chef im Interview.

Was beschäftigt die Menschen in Deutschland am meisten, wenn es um ihr Geld geht?

Thomas Traue: Vor allem scheinen sie trotz der anhaltenden Niedrigzinsen wieder zuversichtlicher zu sein, dass sich die Geldanlage lohnt. Vier von fünf Menschen betreiben finanzielle Vorsorge oder planen dies. Der Anteil der Vorsorgenden ist demnach gegenüber 2017 um acht Prozentpunkte von 72 auf 80 Prozent gestiegen, der der Nicht-Vorsorgenden ist um fünf Prozentpunkte von 23 auf 18 Prozent gesunken.

Wie kommt das?

Thomas Traue: Deutlich weniger Menschen bereitet eine aktuelle welt- oder geldpolitische Entwicklung Sorgen beim Sparen. Mittlerweile nennt der Umfrage zufolge nur noch ein knappes Drittel die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank als Hauptgrund ihrer Besorgnis beim Sparen. Das war im Vorjahr noch gut die Hälfte. Und immerhin 38 Prozent der Menschen haben ihr Sparverhalten nunmehr an die Niedrigzinsphase angepasst: 18 Prozent taten dies durch die Wahl anderer Anlageprodukte. Diese Teilgruppe wandte sich mit 26 Prozent verstärkt Investment- und Immobilienfonds zu – das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2017.

Ist das eine Abkehr von der Anlage in Immobilien?

Thomas Traue: Nein, das Eigenheim ist laut Vermögensbarometer weiterhin die beliebteste Anlageform. Aber dieser Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr mit 31 Prozent um fünf Prozentpunkte rückläufig. Dennoch plant ein Drittel der 20- bis 50-Jährigen den Kauf einer Immobilie. Von ihnen wollen 46 Prozent ein Eigenheim bauen oder kaufen. 22 Prozent bevorzugen ein Mietobjekt und 30 Prozent wollen sich sogar sowohl ein Eigenheim, als auch ein Mietobjekt zulegen. 82 Prozent sind bereit, sich für eine selbstgenutzte Immobilie zu verschulden, mehrheitlich bis zu 60 Prozent des Kaufpreises (43 Prozent).

Bedeutet diese Investitionsbereitschaft, dass die Deutschen generell mehr Geld ausgeben?

Thomas Traue: Nein, das Konsumverhalten ist im Vergleich zu den Vorjahren weitestgehend konstant geblieben. Knapp drei Viertel (73 Prozent) haben nach eigenem Bekunden ihren Konsum nicht verändert. Zudem ist der Anteil derjenigen, der nach eigener Einschätzung weniger konsumiert hat, mit 19 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Anteil der Menschen, die mehr konsumiert haben (8 Prozent). Obwohl mehrheitlich genug Geld verfügbar wäre, besteht für die Menschen offenbar weder die Notwendigkeit, noch der Wunsch nach höherem Konsum. Ähnlich verhält es sich mit dem geplanten Konsum für die kommenden zwölf Monate. Übriges Geld wird also weiterhin eher gespart.

Das Vermögensbarometer hat dieses Jahr Frauen im Fokus. Wie unterscheiden sich die Geschlechter in finanziellen Angelegenheiten?

Thomas Traue: Auf den ersten Blick gar nicht so sehr: Die finanzielle Zufriedenheit ist bei beiden Geschlechtern nahezu gleich und auch die Zahl der „Altersvorsorger“ ist fast identisch. Allerdings sind Frauen beim Vermögensaufbau vorsichtiger: Für 48 Prozent von ihnen ist Sicherheit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Geldanlage – bei Männern liegt dieser Anteil nur bei 41 Prozent. Frauen wünschen sich zudem flexiblere Anlageformen. Dafür ist ihnen Rendite nicht so wichtig. Durch dieses
konservative Sparverhalten und die Verdienstunterschiede zwischen den Geschlechtern laufen Frauen eher Gefahr, inflationsbereinigt weniger Erträge zu erzielen. Folglich ist die Altersvorsorge für Frauen besonders wichtig.